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Floris van Bommel: Under Construction
Seine erste Email schrieb er mit 22, Facebook hielt er lange Zeit für reine Zeitverschwendung und online checkte er lieber Fußballergebnisse als Freundschaften zu pflegen. Jetzt ist Floris van Bommel süchtig nach Social Media. Über die Freiheiten und Risiken des Internets und was diese mit Aliens und Gitarrenmusik zu tun haben, spricht der charismatische Schuhunternehmer im exklusiven STEP-Interview.
STEP: Floris, wie viel Zeit verbringst Du im Internet?
Floris van Bommel: Zu viel! Ich checke meine Lieblingsseiten jeden Tag. Ich habe mich lange geweigert, mir Social Media-Profile anzulegen, ich hielt das für einen dummen und lahmen Zeitvertreib. Aber mittlerweile bin ich absolut süchtig danach. Ich habe Profile bei Twitter, Linkedin, Youtube, Flickr und Myspace. Was ich am meisten am Internet liebe, ist, dass es Raum für Informationen und Nachrichten gibt, die 'alte Medien' nicht abdecken. Eine meiner Lieblingsseiten etwa bringt täglich Nachrichten über UFOs, Pyramiden, das Ende der Welt, Bigfoot und andere coole Sachen.
Welche Website nutzt Du als Startseite?
Als Startseite habe die Fanclub-Seite von meinem Lieblings-Fußballclub Willem II Tilburg eingerichtet. Alle wichtigen Nachrichten über den Club sind als erste hier zu finden. Willem II spielt übrigens schrecklichen Fußball, aber ich liebe den Club trotzdem.
Du startest diesen Sommer mit einer neuen Homepage. Was hat sie, was andere Websites nicht haben?
Unser Ziel war es nicht etwas anderes als all die anderen Anbieter zu machen. Wir versuchen lediglich etwas zu machen, von dem wir denken, dass es den Menschen Spaß macht, so dass sie ab und zu vorbeischauen. Wir werden uns ohne jegliche Zensur öffnen, alle Besucher sollen an unserer Seite interaktiv mitwirken können. Wir arbeiten immer noch an der Seite und ich drücke die Daumen, dass sie so frisch, cool und lustig wird, wie ich sie mir vorstelle.
Welche Bedeutung hat Social Media für dich als Unternehmer?
Ich glaube nicht, dass Social Media neue Märkte öffnen oder unser Geschäft unbedingt verbessern werden. Es ist ein neuer Weg der Kommunikation für eine neue Generation von Leuten. Als Unternehmen muss man sich einfach genauso damit befassen wie mit all den anderen Formen. Ich persönlich liebe die neuen Möglichkeiten. Die Kommunikation unseres Unternehmens ist immer recht persönlich gewesen, mit Social Media kommen unsere Geschichten noch mehr ins Gespräch, was großartig ist. Für gute und ehrliche Unternehmen wird Social Media von Vorteil sein. Für schlechte Unternehmen kann es äußerst schmerzhaft werden; die Online-Community wird sie nicht verschonen.
Was genau kannst Du online ausleben, was in der realen Welt so nicht funktioniert?
Das Wichtigste: Ich kann zum Beispiel per Twitter auf persönlichem Wege mit einem großen Publikum kommunizieren. Das Gute am Internet ist außerdem, dass es dort alles gibt. Es ist kaum zu glauben, dass es früher eine Zeit gab, in der ich, wenn ich dringend eine CD von einem beliebigen Künstler haben wollte, zuerst warten musste, bis der Musikladen öffnete. Dann musste die CD erst bestellt werden und ich musste zwei Wochen warten, um wieder hinzugehen und sie endlich zu kaufen. Heute läuft das mit einem Mausklick. Ich kann mir ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen.
Kannst Du Dich noch an Dein allererstes Interneterlebnis erinnern?
Ich erinnere mich daran, dass alles ganz langsam und mies war und ich nichts vom Internet verstanden habe. Und an meine ersten Emails, damals war ich 22.
Was zeichnet eigentlich gutes Online-Entertainment aus?
Dass ich selbst wählen kann, was ich sehen oder lesen möchte. Letztens habe ich mir bei Google Video die eineinhalbstündige Rede eines Mannes angesehen, der behauptete von Außerirdischen entführt worden zu sein. Er sprach über andere Dimensionen und eine galaktische Föderation. In den alten Medien gab es wirklich keinen Platz für solche Dinge. Früher haben Journalisten und Manager darüber entschieden, was ich sehen sollte und was nicht. Der Grund, warum ich mir die gesamte Rede ansah, war ganz simpel: Es fühlte sich nach Freiheit an.
Hand aufs Herz: Wie viele Fans, Freunde und Follower hast Du im Netz?
Ich will zig Millionen, aber im Augenblick habe ich erst ein paar Hundert.




